KATEGORIE / Irland & Wales 2026

Reisewetter

Pünktlich zur Heimreise gibt es Wind und Regen. Da fällt es gar nicht mehr so schwer die Heimreise anzutreten.

Wir shoppen noch im Supermarkt, der in Calais auch am Sonntag geöffnet hat.

In Belgien gibt es nochmal einen Stopp zum Beine vertreten und einen Cache suchen und am nächsten Rastplatz die Mittagspause.

Bis zur heimischen Garage haben wir in den 3 Wochen fast 4100km auf den Tacho gebracht, die der Dicke gewohnt problemlos abgespult hat. 11 Nächte auf Campingplätzen und 11 wilde Nächte – eine ganz gute Quote 😎

Ausladen, Einparken und ein schnell zubereitetes ausgedehntes Abendessen auf dem Balkon mit den Leckereien aus Frankreich.

Und dann war es das mit dem schönen Jahresurlaub, der mal wieder viel zu schnell vorbei war. Anfangs fragt man sich, was mit der ganzen Zeit anzufangen sei und dann, eh man sich versieht ist der Urlaub auch schon wieder vorbei.

Aber daheim ist‘s ja auch schön 😍

Beim Betrachten der Fotos stellt Ute fest, dass die Haare offenbar auch ohne Föhnen gut aussehen. Wir werden demnächst hoffentlich jede Menge Kilowattstunden und Zeit sparen 👍🏻

Strandtag

Wir schlafen aus und machen uns auf zum Strand.

Von der Deichkrone aus sehen wir schon 3 Fähren die vor dem Strand kreuzen um die Zeit im Kanal und damit die Kollisionsgefahr in einer der meistfrequentierten Schifffahrtsstraßen der Welt zu minimieren.

Der Abschnitt vor dem Campingplatz ist menschenleer und das Wasser ist deutlich wärmer als in Wales oder Irland. Wir nehmen ein Bad zusammen mit der DFDS Fähre.

Baden mit Fähren

Nach dem Bad schlendern wir die Promenade entlang auf der Suche nach einem der frischen Beignets die es an französischen Stränden manchmal gibt. Leider ergattern wir nur einen aufgewärmten und vorgebackenen aus der Mikrowelle.

Nach der Promenade erkunden wir das Zentrum von Calais.

Die Rue Royal ist mit bunten Plastikstreifen dekoriert, was zusammen mit dem ständig wehenden Wind echt cool wirkt.

Die Stadt hat diesen Sommer einiges vor.

Wir haben jedoch nur noch das Abendessen auf dem Plan und machen uns auf den Rückweg.

Am Campingplatz ist heute der Pizza Armageddon Food Truck zu Gast und da schlagen wir zu.

Italienische Pizza am französischen Strand mit irischem Bier, ich weiß nicht was einige gegen multikulti haben. Hier passt heute alles zusammen.

Calais

Wir stehen früh auf um eine Chance auf die frühere Fähre zu haben. In 2,5h schaffen wir es bis Dover. Am Hafen gibt’s dann eine Polizeiumleitung durch die halbe Stadt. Weil es bei der Sicherheitskontrolle staut, nutzt man den Ort und seine Straßen als erweiterte Warteschlange. Gebucht haben wir 14:55 aber mit etwas Glück lässt man uns gerade noch in den Wartebereich für die 12:35 Fähre nach Calais.

Die Oscar Wilde hat noch nicht mal angelegt, Dover 6 wartet wie wir auf die Fähre. Kein Lüftchen regt sich und es wird richtig warm. So werden wir vermutlich gut für den Kontinent vorgewärmt.

Mit einer halben Stunde Verspätung geht es dann los. Der Grund für die Verzögerung: Viel Verkehr im Kanal. Hoffentlich schießt da kein Russe um sich…

Die Überfahrt nutzen wir um zu überlegen was wir noch machen wollen und können uns nicht einigen.

Der Campingplatz bei Namur? Klettern an der Maas? Paddeln an der Saarschleife, Shopping in Zweibrücken, oder doch noch mal Calais anschauen?

Fast alles haben wir schon gemacht, also fällt die Wahl – die Fähre hat schon angelegt – auf Calais. Ute sucht einen Campingplatz raus und mit einer Portion Glück ist noch ein Platz frei:

Wir kommen passend zur Abfahrt der Oscar Wilde zurück nach Dover an den Strand.

Wenn man zu weit ins Wasser geht fährt sie einem über die Füße.

Wir laufen den Strand lang in Richtung Calais auf den Pier und schauen uns die Promenade an.

Dort kriecht gerade ein riesiger Drache entlang, spuckt Rauch und Feuer und reckt den Kopf nach allem was er vielleicht fressen könnte. Angeblich hat man bei den Arbeiten zum Tunnel rüber nach England zu tief gegraben und seither ist der Drache frei.

Die riesige Marionette wird von mehreren Puppenspielern gesteuert und man kann oben drauf mitfahren. Wir schauen uns das Spektakel erst mal von unten an und essen was.

Zurück zum Campingplatz gehen wir wieder über den Strand mit seinen typischen weißen Strandbungalows.

Zurück am Bus genießen wir noch etwas die Sonne und eine zeitlich nicht ganz so strikt begrenzte Dusche, dann ist es Zeit für‘s Bett.

Leider ist auch Zeit für den DJ. Immer freitags legt er hier zum Tanzabend auf. Ins Dachzelt kriechen macht keinen Sinn, wir stehen quasi direkt neben dem Tanzpavillion.

Wir gehen also nach nebenan, trinken einen Cocktail und machen das Beste draus. Wir kramen die eingestaubten Tanzschritte raus und stolpern etwas in Crocs und Sneakern über den unebenen Beton, bis der DJ den Abend mit französischen Partyhits ausklingen lässt.

Llyn Geirionydd und Crafnant

Der Morgen hält eine Überraschung bereit. Die Wolken hängen besonders tief und bedenken uns mit Feuchtigkeit. Die Berge hinter uns liegen komplett verhüllt.

Die Wanderung da oben gestern zu machen war eine sehr gute Entscheidung.

Wir packen zusammen und fahren los. Nach einem knappen Kilometer fällt uns ein, dass wir vergessen haben Wasser an Bord zu nehmen und kehren nochmal um, tanken Wasser und dann geht es aber wirklich weiter.

In 25 Minuten wechseln wir in das Tal hinter den Carneddau für eine weitere kurze Wanderung zu zwei Seen. Blaue Route, vier Stunden, wenig Höhenmeter. Sollte gut gehen bevor wir uns dann in Richtung Dover auf den Weg machen.

Die Tour geht direkt bergwärts los und führt uns zu den Fairy Falls. Ein Canyoning tauglicher Wasserfall ist auch dabei.

Weiter geht es schön bergauf in den Wald. Das gibt es hier nicht so oft zu sehen.

Vor allem weil in vergangenen Jahrhunderten viel abgeholzt wurde um Platz für Weiden zu haben, die Öfen für die Eisenproduktion zu betreiben und die Minenschächte abzustützen. Es gab aber noch einen Grund die Wälder abzuholzen – so konnten sich keine Räuber mehr darin verstecken. Die Geschichte kennt man ja 😎

Der Wald lichtet sich entsprechend bald und gibt die Sicht auf die alte Erzmühle frei „Klondyke Mill“ frei.

Hier wurde Bleierz aus der nahen Pandora Mine verarbeitet. Das Erz wurde per Tram und Seilbahn aus der Mine in die Mühle transportiert, wo es dann gebrochen und auf Rütteltischen vom Abraum getrennt werden konnte.

Leider war die Mine nie profitabel und der Spuk hatte schnell ein Ende. 1920 versuchte ein Betrüger die Mine als überzeugende Kulisse für eine Silbergewinnung zu verwenden, sammelte 166.000 Pfund von Investoren ein. flog dann aber auf und fuhr ein. Die Mühle behielt aus der Zeit den Namen Klondyke Mill.

Heute gibt es noch Spuren des Bergbaus die mit rostigen Gittern abgedeckt sind, aber natürlich niemanden ernsthaft aufhalten.

Es gibt eine lebendige Szene von Leuten die die alten Minen erkunden.

Offener Eingang

So eine einladende Öffnung kann man ja nicht einfach übersehen und so tappe ich rein und schaue mal was die Handylampe so enthüllen kann.

Leider habe ich die gute Lampe im Bus gelassen und muss notgedrungen direkt wieder umdrehen, obwohl das Loch sehr interessant aussieht.

Wir wandern weiter – natürlich immer schön bergauf – und erreichen den ersten See: Llyn Geirionydd

Das Wetter klart langsam auf und gibt ein paar mehr Farben frei.

Für eine blaue Wanderung sind wir stellenweise schon wieder verdächtig viel am scramblen.

Nach ein paar weiteren Höhenmetern können wir eine Bergkette bewundern die wie gestern von der anderen Seite schon sahen.

Und dann endlich ist der Aufstieg geschafft. Ab hier geht es nur noch bergab.

Dazu reicht Mutter Natur die ersten Brombeeren. Herrlich! Wir umrunden den zweiten See Llyn Crafnant und folgen nun einer Fahrstraße bergab.

Da die Straße sich ziemlich lange und sehr schmal hinzieht, begegnen uns immer wieder Leute die uns fragen ob sie hier richtig sind und ob da oben noch ein See kommt.

Je näher der Ort kommt, desto mehr Häuschen sind zu sehen und Ute hofft auf ein Café.

Das Café im Ort hat geschlossen, und wir müssen sehr zu Ute‘s Missfallen ohne Kaffee weiterziehen.

Zwei Orte weiter hat das Schicksal ein Einsehen und beschert Ute einen Cappuccino und ein Sandwich.

Wir fahren noch bis 19:00 weiter und stoppen an einem Pub der es seinen Gästen erlaubt auf dem Parkplatz zu übernachten.

Leckeres Essen gibt es noch obendrein.

Y Carneddau

Die Nacht war recht stürmisch und nicht nur einmal hatte Ute die bange Frage im Kopf, ob das Dachzelt bald zusammenklappt. Nachdem wir inzwischen mit so ziemlich allen Wassern gewaschen sind, nähern wir uns dem Zustand auch mit allen Winden geblasen zu sein. Mal sehen wie lange es dauert bis das eine Redewendung wird.

Nach einem Frühstück mit Müsli starten wir unsere Wanderung zu den Bergen gegenüber des Tryfan, den Carneddau.

Y ist im walisischen der bestimmte Artikel, entspricht also unserem der/die/das ist aber geschlechtslos. Da Carneddau mit einem Konsonanten beginnt, ist es nur das Y, sonst wäre es bei Vokalen (oder dem H) das Yr oder ein apostrophiertes r, wenn vorne ein Vokal stände. Gesprochen wird das Y wie das e am Ende von Danke.

Y Carneddau sind also die Carneddau wie die Bergkette abgeleitet von Carnedd = Steinhaufen heißt. Das Geschlecht des Wortes wäre erkennbar, wenn im Singular das Wort nach dem Artikel weich mutiert, von C nach G beispielsweise. Dann wäre es weiblich. Bei einem maskulinen Wort bliebe es hart. Ganz klassisch also.

Direkt zum Start – am Fuße des Tryfan – kann man schon die Bergkette sehen, deren Grat wir heute bewandern wollen. Zumindest den Teil der nicht in den tiefhängenden Wolken verborgen ist.

In so ziemlich allen Tourenbeschreibungen in dieser Gegend steht, dass die Orientierung bei schlechtem Wetter erschwert sein kann, und wir fragen uns, ob das heute so ein Fall wird.

Durch mit Farn überwucherte Hänge geht es bergauf, und der Blick zurück fällt auf den Tryfan, dessen hier zu sehende Nordseite wir zu Anfang unseres Urlaubs in Angriff nahmen.

Unser Hang hat einige schöne Wasserläufe, die ab und zu als kleine Wasserfälle zu Tage treten.

Nach einer Fläche die offenbar gerne moorig wird (und daher sehr professionell gepflastert wurde) folgt der erste felsige Aufstieg – a little bit of scrambling ist auch dabei.

Das macht uns heute richtig Spaß. Der Berg gegenüber war so schwierig angekündigt, dass wir dort sehr unentspannt waren – hier verläuft der Aufstieg in einer Rinne und ohne überraschende Tiefblicke trotz ähnlicher Schwierigkeit völlig entspannt.

Und das Allerbeste: Am Wegesrand sind die Heidelbeeren reif und zudem nicht abgeerntet.

Heidelbeersammlung

Die Beute wird selbstverständlich direkt verspeist und gibt einen willkommenen Energieschub für den weiteren Weg bergauf.

Klein aber lecker

Auch diese Runde führt um einen Karsee, der jetzt mit genug Höhenmetern hinter uns in Sicht kommt.

Auch ins Blickfeld rückt die Arena die jetzt vor uns liegt. Ein feiner Grat über mehrere Gipfel.

Ganz entgegen unserer Befürchtung ist es wolkenfrei und vor allem viel wärmer als gedacht. Wir hatten die anderen Wanderer die heute Morgen mit kurzen Hosen starteten im Vorbeigehen schon bedauert. Jetzt wünschten wir, wir hätten das Beispiel als Hinweis gelesen.

Das mit der wolkenfreiheit wird allerdings gerade noch verhandelt. Der Tryfan gegenüber ist kurz frei und zeigt seinen Nordgrat in ganzer Pracht.

Im Vordergrund ist unsere Aufstiegsroute von heute zu sehen.

Die Vegetationsgrenze lassen wir unter uns und wandern über die Bergkette nun auf griffigem blockigem Schutt. Auf Heidelbeeren müssen wir verzichten.

Aber nicht für lange. Nur wenige Meter tiefer auf dem Grat gibt es wieder Vegetation und interessante Tiefblicke mit scharfkantigen Graten. Heidelbeeren aber noch nicht.

Der nächste Gipfel wird wieder kahl und ist mit 1064m der höchste Punkt unserer Tour heute.

Damit haben wir in 3,5 Stunden 3 weitere Furths eingesackt. Den Pen yr Ole Wen (949m, Nr. 12), den Carnedd Dafydd (1044m, Nr. 4) und den Carnedd Llewelyn (1064m, Nr. 3). Der Tryfan gegenüber ist mit 918m übrigens der 34. und letzte der Furths die es auf den Inseln hier einzusacken gibt.

Nach den hohen Bergen führt uns der Grat nun wieder ins Reich der Heidelbeeren.

Vorbei an spektakulären Tiefblicken nähern wir uns dem Highlight der Tour.

Vor uns liegt der Bwich Eryl Farchog in seiner ganzen Pracht. Ein Berggrat der schöner kaum sein könnte.

Das muss man sich erstmal in Ruhe anschauen bevor man sich in das Abenteuer stürzt. Das sehen die Schafe ganz genauso.

Kurz etwas abscrambeln und dann können wir ihn betreten.

Nach dem Grat folgt ein letzter Anstieg auf den Pen yr Helgi Du, der mit 734m kein Furth mehr ist, aber eine wirklich vorzügliche Scrambelei bietet.

Höhenrekorde und Statistik sind eben nicht alles. Wirkliche Schönheit kommt ohne aus, und wird bei der Jagd nach Höhenmetern oder eingesackten Furths schnell übersehen.

Der Blick zurück ist im wahrsten Sinne atemberaubend.

In Ute‘s Fall war es die Kombination aus Schönheit und nervlicher Anspannung beim Scrambeln. Sie klettert zwar perfekt, aber die neuen Fähigkeiten sind noch nicht in die Komfortzone eingemeindet.

Der restliche Weg kommt da gerade recht. Gemächlich steigen wir über den grasigen Bergrücken ab und sind uns einig: Das war die beste Wanderung in diesem Urlaub.

Das perfekte Wetter und meine Imperfekte Kleidungswahl führen zu einem etwas überhitzen Oberstübchen. Zum Glück ist ein kühler Wasserlauf am Weg.

Prozessorkühlung

Der Weg zurück hat noch kuriose Weidegatter und schöne Aussichten zu bieten, so dass es auch in der Ebene nicht langweilig wird.

Tryfan zur Linken und die Carneddau zur Rechten

Vor allem ein Panorama der abgelaufenen Berglette am Schluss ist eine geniale Einrichtung. Hier kurz vor Ende der Tour nochmal den kompletten Weg in der Totalen anzuschauen ist einfach die Kirsche auf der Sahnetorte.

Zurück am Bus werden als allererstes die Laufwerke ausgelüftet, eine weitere Wohltat nach 7 Stunden in den Bergen.

Als inzwischen bewährtes Ritual nach Rother Wanderungen steht ein weiterer Test von Burgerfleisch an. Wagyu gab es nicht, aber Dry Aged Angus reiht sich zwar hinter Wagyu aber vor dem normalen Angus ein.

Während wir essen spazieren zwei Hühner um den Tisch. Ob denen klar ist dass wir noch zwei Burger Buns übrig und den Grill in Reichweite haben?

Chickenburger zum Dessert?

Wir lassen die Hühner ziehen und genießen lieber eine Dusche, die ohne Münzeinwurf und Zeitdruck auskommt. Der weltklasse Campingplatz wächst uns zwar langsam aber doch ans Herz.

Back again

Der Morgen am See ist trübe und kalt, wie gemacht um uns den Abschied zu erleichtern.

Nach einer Tasse Tee machen wir uns auf den Weg nach Dublin. Unterwegs kaufen wir nochmal ein, denn Ute‘s Smithwicks Vorrat geht zur Neige und essen wollen wir ja auch noch was.

Wir fahren bis etwa 10 Uhr und suchen dann erst einen Supermarkt – nochmal lässt sich Ute das Bier nicht mehr auf den letzten Metern am Kassenband entreißen. Die Lektion haben wir gelernt und stellen uns erst nach 10:30 mit Alkohol an die Kasse.

In der Warteschlange im Hafen warten Stare auf Krümel. Sie haben sich offenbar hier häuslich eingerichtet. Einige legen sich sogar ab während sie warten.

Auf die Fähre dürfen wir heute mal auf der untersten Ebene mit den LKW zusammen. Unser Dicker ist zwar ein großer, aber neben den LKW kommen wir uns doch sehr klein vor.

Im Hafen wird weiterhin fleißig gebaut.

Dabei fällt uns eine Merkwürdigkeit auf. Ein Stück der Kaiwand wird von einer Ölsperre geschützt und (warum auch immer) bewässert.

Hat jemand eine Idee wozu das gut sein soll?

Bei der Ausfahrt steht schon ein Containerschiff mit Ziel Rotterdam in den Startlöchern und scharrt mit den Hufen.

Hinter uns nimmt es direkt die Verfolgung auf als wir auslaufen.

Hier ist wohl gerade etwas Stau, denn draußen außerhalb des Hafens wartet schon die Fähre auf Holyhead auf die Einfahrtserlaubnis.

Wir haben wettertechnisch das optimale Zeitfenster erwischt und verabschieden uns beim ersten nicht so richtig tollen Tag aus Irland.

Die Überfahrt verläuft unspektakulär und in Holyhead wird auch noch gebaut. Alles beim Alten.

Wir fahren eine knappe Stunde zum Start der Wanderung für morgen. Wir hatten im Wales Rother geschaut was noch passen würde und haben eine schöne schwarze 6h Tour ausgesucht. Es gibt sogar einen Campingplatz in der Nähe und wie es der Zufall will, kennen wir den schon.

Wir stehen schon wieder vor dem Tryfan 🥳

Morgen wollen wir aber gegenüber in den Himmel steigen, und hoffen, dass der kräftige Wind die Wolken da oben bis morgen noch wegbläst.

Draußen essen steht bei dem Wind grad außer Frage – es gibt schnelle Spaghetti mit Salat im Bus und dann heißt es ausruhen für morgen.

Obwohl die Wetter App von sanftem Wind für den Tryfan redet pustet es hier ziemlich kräftig. Das Dachzelt flattert und der Bus schaukelt etwas. Immerhin haben wir kein tosendes Meer nebenan. Mal sehen wie gut Ute inzwischen abgehärtet ist.

Die Suche nach der Schilfpassage

Seit unserem ersten Irland Trip hat Ute den Wunsch auf dem Shannon River zu paddeln. Das wollen wir heute umsetzen. Das Lough Derg (Der rote See) ist der drittgrößte See der irischen Insel und wird vom Shannon River durchflossen. Das zählt also als sehr breiter Abschnitt des Shannon.

Praktischerweise haben wir direkt am See am Quai übernachtet und können direkt einsetzen. Eine Hinweistafel erläutert, dass der See wegen seiner Größe anfällig für Wind ist – also weniger der See als der Paddler 🤣 – und man daher nicht weiter als 50 Meter vom Ufer entfernt paddeln darf.

Wir frühstücken und paddeln zuerst am linksseitigen Ufer entlang.

Ein Schilfbüschel ist genau im Weg und Ute verlangt eine rasche Kursänderung, die ich mit vollem Einsatz direkt angehe. Da das Büschel schon direkt vor dem Bug ist, habe ich kaum Platz das Paddel zu schwingen und vergesse, dass ein solches ja zwei Seiten hat. Die eine landet zwar zielsicher im schmalen Wasser zwischen Boot und Schilf, die andere jedoch exakt auf Ute’s Scheitel. Autsch!

Etwa 2,5 km weit gegen den Wind arbeiten wir uns vor, dann lassen wir uns gemächlich zurücktreiben.

Gemächlich ist eine Weile nett, dann paddeln wir doch wieder mit – wir haben ja nicht den ganzen Tag Zeit.

Die Insel mit den Kormoranen schauen wir uns genauer an. Die Vögel erschaffen eine beeindruckende Geräuschkulisse und haben alle Bäume auf der Insel in Beschlag genommen.

Nach einer kleinen Mittagspause nehmen wir uns das rechtsseitige Ufer vor.

Recht bald treffen wir auf die Insel Inishdala. Laut Karte sind das eigentlich 3 Inseln.

Die Passage scheint uns über 50 Meter breit zu sein, also sollten wir wohl zwischen Festland und Insel durch. Da steht zwar eine Menge Schilf, aber wir suchen nach einer Passage.

Das Satellitenbild zeigt dass die drei Teile schon länger zu einer Einheit verschmolzen sind. Wir kämpfen uns durch immer dichter werdende Schilfinseln in immer weniger werdender Wasserflächen und stehen dann vor einem sehr schmalen Kanal.

Wie lang der ist, und ob er durchgeht oder nicht ist nicht ersichtlich. Da das Weiterpaddeln schon hier äußerst ungemütlich ist, beschließen wir erstmal aussenrum zu paddeln.

Wir umrunden Inishdala und suchen von der anderen Seite, ob man da einen entsprechenden schmalen Kanal findet und durchkommt. Uns trennen nur etwa 200 Meter von da wo wir gegenüber schon waren, aber von hier ist gar kein Durchkommen zu erkennen.

Auf ein Abenteuer müssten wir uns beide motivieren, aber so richtig überzeugend argumentieren wir beide nicht. 200m durch dichtes Schilf klingen nicht verlockend und so paddeln wir eben außen rum wieder zurück.

Der Wind hat etwas aufgedreht und die Wellen werden höher. Zurück zu unserem Quai zieht es sich hin und so sind wir recht froh bald unseren Anleger zwischen roter und grüner Boje zu erblicken.

Gute 10 km paddeln auf dem Shannon haben hungrig gemacht, aber erstmal baden wir noch eine Runde. Ein paar Kids aus der Gegend sind zum Baden per Elterntaxi abgesetzt worden und springen ins Wasser. Anlauf – Nase zuhalten – und rein.

Mit meinem Kopfsprung und Handstandüberschlag kann ich hier noch richtig beeindrucken 🤣 Sowas gibt‘s hier offenbar selten zu sehen.

Als die Kids wieder abgeholt werden, kümmern wir uns erstmal um den Hunger. Strammer Max am See.

Zum Abend kommen Angler mit eigenem Bötchen. Sie fahren nach rechts – Motor aus und Angel rein – und werden vom Wind langsam zurückgepustet. Motor an und das Spiel wiederholt sich.

Ein Vater setzt zwei Jungs ab und sich selbst mit einem Tee daneben. Die Zwei sind kaum aus dem Auto, da springen sie schon in‘s Wasser. Rein – über die Leiter wieder aus und direkt wieder rein. Wieder nur Anlauf – Nase zuhalten und Fußsprung.

Ich überlege grade meine Badehose nochmal anzuziehen und etwas Variation anzubieten, quatsche dann aber doch erstmal eine Runde mit dem Dad.

Er hat heute den Auftrag die zwei hier abzusetzen und sich austoben zu lassen. Sie kommen vom Hurling – Training und heute war ein Spiel. Die irische Mischung aus Football und Hockey ist sehr populär. Ich erfahre, dass Irland ebenfalls den Sprit über die Steuer subventioniert – wir hatten uns schon über Preise zwischen 1,61 und 1,89 für den Liter Diesel gewundert. Hier läuft die Maßnahme aber erst Ende Juli aus.

Wir nehmen noch einen Tee auf der Bank auf dem Pier, müssen aber schnell einsehen, dass der kalte Wind auf Dauer etwas zu zugig ist.

Kaum ist die Sonne untergegangen wird es empfindlich kühl und wir ziehen uns in den Bus zurück.

Das Plätzchen hier ist in der Umgebung offenbar sehr beliebt, und wird häufig und regelmäßig genutzt. Es fühlt sich ein wenig an wie das Dorfbadezimmer.

Viele liegengelassene Sachen verstärken den Eindruck. Warum mitnehmen, wenn man später doch wieder da ist?

Eine Flasche Duschgel irritiert uns allerdings ziemlich. Dorfbadezimmer ok, aber Duschgel am See? Heute Abend sehen wir dann was es damit auf sich hat.

Zwei dicke Pickups brausen heran, parken direkt am Wasser und zwei Männer springen raus. Schon in Badehose geht es direkt in‘s Wasser. Man ahnt es: Anlauf – Nase zuhalten – Arschbombe. Die sehen wir heute zum ersten Mal.

Was wir auch zum ersten Mal sehen ist wie sich einer von den zweien mit Duschgel einseift – unter der Badehose ebenfalls – und dann mit Anlauf – Nasezuhalten – direkt in den See springt.

Dass es mit Umweltschutz in Irland noch nicht so weit ist haben wir gelesen und erlebt. Aber sowas haben wir nicht erwartet.

Gute Nacht an unserem Pier

Lough Nadirkmore

Um 5:20 werden wir von Schafen geweckt, die um den Bus schleichen und sich an ihm schubbern. Wir verscheuchen die allzu aufdringlichen Besucher und legen uns nochmal hin.

Auf Schafe als Wecker ist Verlass. Gegen 8 blökt direkt neben dem Bus ein Schaf bis wir endlich aufstehen. Wir haben uns nach dem erfolgreichen Testlauf für Ute‘s Zeh gestern, für heute eine längere Tour aus dem Rother rausgesucht, für die wir uns mit einem Frühstück vor Traumkulisse stärken.

Wir parken zum Start der Tour um und machen uns auf die Socken. Erstes Highlight: Ein Haufen Wolle am Wegesrand. Die Wecker mussten Haare lassen.

Der Weg führt uns in eine Bergarena aus der ein recht sparsames Flüsschen fließt.

In Irland ist es schon seit Wochen trocken gewesen und wir haben ungewöhnlich gutes Wetter erwischt. Gestern trafen wir an unserem Standplatz einen Motorradfahrer, der die Aussicht genoss und uns zu unserer sehr guten Zeitwahl für Irland gratulierte. Das Wetter sei sonst nie so hier. Was soll ich sagen, mit Irland und Wales hatten wir bisher immer unverschämtes Glück 🍀

Vor uns präsentiert sich unsere Spielwiese für heute. Rechts rauf und einmal das Hufeisen rum, links wieder runter. Ich laufe los.

Schnell werde ich von hinten eingebremst, wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Das stimmt so nicht ganz, drei Franzosen haben die Verfolgung aufgenommen, und laufen in dieser menschenleeren Ecke ausgerechnet zur selben Zeit am selben Tag die selbe Tour und sitzen uns jetzt im Nacken.

Den guten Weg verlassen wir bald nach links, jetzt geht es weglos weiter. Der Rother empfahl gute Orientierung in weglosem Gelänge und Lesekompetenz von bergigem Gelände. Zum Glück scheint die Sonne, was beim Lesen von bergigem Gelände ungemein hilft. Wir kommen also gut voran und sammeln erste Höhenmeter was den Blick zurück auf die Loughrige Gegend hinter uns freigibt. 640 davon werden noch folgen.

Schnell kommt auch der namensgebende Karsee in Sicht, um den wir heute auf ca. 500m Höhe herumlaufen werden.

Lough Nardikmore

Endlich auf dem Kamm angekommen sieht es fast so aus als hätten wir die Franzosen abgehängt, aber kurz darauf sehen wir sie wieder hinter uns den Berg erklimmen.

Mit Stöcken ausgerüstet können weder angeschlagene Zehen noch Leistenbruchbeschwerden Ute aufhalten.

Wir weichen noch kurz vom Weg ab für einen Cache und dann sind wir oben auf dem höchsten Punkt der Runde angekommen.

Es gibt sogar einen weiteren Karsee auf der Außenseite unseres Hufeisens den wir durch den Abstecher zu sehen bekommen.

Dirkbeg Loch

In der Mitte der Tour liegt uns das Kar mit gleich zwei Seen zu Füßen.

Hinten rechts das Lough Nambrackkeagh

Bevor es an den Abstieg geht, machen wir ein kleines Päuschen und Ute übt sich noch im Selfiemachen.

Der Abstieg geht durch eine Rinne, die Ute spontan dazu verleitet noch etwas tiefer in die Kiste mit Schimpfwörtern zur Beschreibung des Abstiegs zu greifen als sonst. Ich bin etwas schockiert wo das herkam, aber „nützt ja Nix“ wir müssen da runter.

Zum Glück gibt es immer wieder schöne Strukturen die von dem bösen Gelände ablenken.

Immerhin sitzen uns die Franzosen nicht mehr im Nacken, die offenbar viel langsamer sind, oder doch einen anderen Weg gewählt haben.

Immerhin kommen wir dank der Trockenheit heute ohne Gummistiefel aus, die der Rother zwingend vorgegeben hatte. Das Ganze, sonst sehr feuchte Gelände ist größtenteils knochentrocken. Nur unsere Rinne führt natürlich etwas Wasser.

Mit unseren phänomenalen Kenntnissen im Lesen von Gelände umschiffen wir das natürlich und kommen unversehrt unten an. Nur die Ohren muss ich mir wohl dringend mit Seife auswaschen.

Blick zurück

Es folgen noch ein paar Kilometer Rückweg an der Straße, die wir nutzen um von der Wanderung zu schwärmen.

Da es noch nicht so spät ist fahren wir für eine kleine Tea Time mit Scones und weiterer Planung nochmal zurück zu unserem Übernachtungsplatz.

Der nächste Halt liegt am größten See Irlands durch den der Shannon fließt.

Ein Quai am Ende einer langen und kurvigen Straße ist unser Domizil für heute Nacht, und morgen werden wir etwas paddeln. Zum Abendessen gibt‘s das Fußball WM Finale, das sich viel zu lange hinzieht. Erst kurz vor knapp mit Fußball anzufangen ist wohl keine gute Taktik.

The quiet man

Der Wind lässt über Nacht nach und wir können ungestört schlafen.

Um Ute‘s Zeh auf weitere Wandereignung zu testen, haben wir eine kurze Wanderung bei Cong herausgesucht.

Die Fahrt dorthin führt vorbei am Kylemore Abbey an dem wir schon oft vorbeigefahren sind, aber nie anhielten.

Auch heute reicht es nur für ein schnelles Foto von der Straße aus. Weiter geht unsere Fahrt durch idyllische aber fahrtechnisch spannende Sträßchen.

Wir passieren ein etwas widersprüchliches Schild.

Was denn jetzt?

Die Straße wirkt sehr privat, man hat den Eindruck man fährt durch Irlands Hintergärten.

Als der Straßenbelag von Asphalt auf Rollsplit wechselt, äußern wir beide unsere Zweifel ob wir noch richtig sind laut.

Wenige hundert Meter später biegen wir wieder auf eine Hauptstraße ein und sind erleichtert. Offenbar sind wir doch nicht falsch.

Als wir dasselbe Örtchen von vor der ungewöhnlich schmalen Straße erneut passieren, wird uns klar, dass wir wohl irgendwo falsch abgebogen sind und dadurch unerkannt einen Kreis gefahren sind. Das erklärt auch das merkwürdig schmale Sträßchen, dass uns zurück auf die Route brachte.

Der nächste Picknickplatz soll unser Mittagsstopp werden, aber der Parkplatz sieht voll aus. Offenbar macht hier eine Entenrallye Halt. Zum Glück ist ganz am Ende noch ein Platz für uns frei.

Nachdem die Enten alle weitergetuckert sind (eine musste mit Bremsenreiniger zur Weiterfahrt überredet werden) frühstücken wir an einem der größten Seen Irlands.

Die Ananas die wir kauften, weil wir dem „Wähle 3 Packungen für nur 10€“ Super Sparangebot nicht wiederstehen konnten schmeckt schon etwas britzelig und wir hoffen dass wir nach dem Genuss noch fahrtauglich sind.

Unsere Wanderung startet an den Ruinen von Cong Abbey.

Ziemlich bald erfahren wir, dass hier im Ort ein Hollywood Klassiker von 1952 gedreht wurde: The quiet Man mit John Wayne.

Das erklärt warum hier jeder Laden irgendwie Bezug darauf nimmt. Den Film müssen wir uns wohl mal zu Gemüte führen.

Für uns geht es durch die Reste des Refektoriums

und an der Fischerhütte der Mönche vorbei

über den Fluss in den Wald.

Die Gegend ist offenbar auf Kalkstein gewachsen und es gibt unterirdische Flüsse die zwischen den Loughs Verbindungen schaffen. Im Wald von Cong gibt es einige Zugänge zu dem Höhlensystem. Da schaue ich natürlich mal rein. Leider ist die Lampe im Handy nicht wirklich geeignet für tiefere Inspektionen.

Die Runde führt als Nächstes zu einem Aussichtsturm dessen Erbauer einen bekannten Namen trägt.

Leider wird man nach dem Aufstieg nicht mit einer schönen Aussicht belohnt. Zum einen weil der Wald drumherum höher gewachsen ist als der Turm und zum anderen wurde oben ein Zaun aufgestellt, um zu verhindern dass irgendein Depp runterfällt weil er nicht lernen durfte wo es gefährlich wird.

Hätte schön sein können

Wir steigen wieder ab und stehen vor einem Chaos aus umgestürzten Bäumen die niemand aufgeräumt hat. Verschiedene Trampelpfade führen mehr oder weniger in die richtige Richtung, enden aber teilweise im Dornengestrüpp oder im Chaos umgestürzter Bäume. Bis wir den richtigen Pfad finden sammeln wir einige Kratzer ein.

Wir sind gerade wieder auf dem richtigen Pfad, da verwehrt uns ein Schild den Zutritt. Only for Residents heißt es. Aus der bisherigen Erfahrung lassen wir uns davon nicht aufhalten und folgen dem Weg am Fluss lang.

Aus den Bäumen taucht ein schlossartiges Anwesen auf und ein Herr in sehr formeller Kleidung weist uns freundlich aber bestimmt darauf hin, dass es für uns hier nicht weitergeht.

Wir dürfen noch dem Weg noch weiter folgen und das Gelände dann über die Brücke verlassen. Wir sind offenbar in einem Luxus Golfresort mit eigenem Schlosshotel gelandet und die feine Gesellschaft möchte lieber unter sich bleiben.

Unser Rother von 2016 ist offensichtlich nicht mehr ganz aktuell, dort hatte es noch geheißen, dass manchmal für die Passage Eintritt verlangt wird, das hat man heute offenbar nicht mehr nötig.

Wir laufen zurück zum Ort und trinken erstmal was im nächsten Pub. Dann machen wir uns auf und gehen die Wanderung von hinten an. Der Pigeonhole Loop ist noch zugänglich und führt zunächst durch einen Tunnel

durch den Eichenwald zu einer etwas größeren Höhle – dem Pigeonhole.

Über eine steile speckig getretene Kalksteintreppe geht es hinab. Das Geländer ist mehrfach in den Weg gebogen und soll wohl verhindern, dass man ganz bis Unten durchpoltert, wenn man ausrutscht – spannende Technik.

Zurück am Tageslicht geht der Loop nicht im Kreis sondern parallel zum Hinweg wieder zurück. Wenn es kaum öffentliches Land gibt, dann ist das für Wanderungen im Landesinneren recht problematisch. Das ist eine der unsympathischeren Seiten von Irland.

Ein sehr zutrauliches Rotkehlchen versperrt uns den Weg und verlangt Wegezoll. Zum Glück haben wir etwas Futter dabei, das es sogar aus der Hand nimmt und uns dann passieren lässt.

Wir kehren für‘s Abendessen nochmal in Cong in einen Pub ein und nehmen uns für morgen eine größere Wanderung vor, der Zeh hat sich ganz gut geschlagen.

Für die Nacht finden wir ein einigermaßen ebenes Plätzchen mit Aussicht auf halbem Weg zum Startpunkt morgen. Der einzige Haken: Kein Internet.

Der Vorteil: Wir können das vermaledeite Smartphone endlich mal zur Seite legen und sind für einen Abend und eine Nacht völlig ungestört.

Der Tag danach

Wir schlafen aus und stellen fest, dass das Wetter genau wie vorhergesagt deutlich abgebaut hat. 10 Grad weniger, keine Sonne und wieder mehr Wind.

Die Paddeltour in der Bucht mit Ute fällt aus und wir packen zusammen. Wir suchen auf dem Wetterradar nach einer Stelle die noch Sommer hat. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für einen Campingplatz mit direktem Strandzugang weiter südlich und hoffen auf Sonne und gemütliches Paddeln in der Bucht vorm Sandstrand.

Gute zwei Stunden führt Google uns auf überwiegend einspurigen Straßen durch das Land. Meist ist 80 erlaubt, was auf den einfach durch die Landschaft geteerten schmalen Pisten eine kaum zu vertretende Herausforderung ist.

Keep him between the hedges…
Jetzt bloß kein Gegenverkehr 😬

Wir kommen vorbei an Irlands einzigem Fjord, da sind wir 2019 schonmal gewandert.

Diesmal halten wir uns an die Ansage und bleiben draußen. Die Austernfarmen sind noch immer da.

Wir parken vor der Rezeption und überlegen ob wir eine oder zwei Nächte bleiben wollen, da kommt schon jemand aus dem Büro und fragt ob wir gebucht haben und dass nur noch für eine Nacht frei ist. Dann nehmen wir die mal und räumen den Parkplatz der offenbar effizient verwaltet wird.

Der zugewiesene Platz ist nicht ganz eben, aber dafür direkt am Strandzugang.

Der Strand ist herrlich, nur die Wellen und der Wind sind nicht so wie auf den Bildern im Internet.

Ute ist not amused. Das hatte sie sich anders vorgestellt, von Wind und den dadurch im Dachzelt sowie auf dem Meer erzeugten Geräuschen hat sie die Nase voll. Gemütliches Paddeln fällt aus, und eine ruhige Nacht ist auch nicht zu erwarten.

Wir essen erstmal was und ich lege mich etwas hin, der Tag gestern war wohl doch etwas anstrengender als gedacht.

Zum Sonnenuntergang gibt es noch eine Tasse Tee, und dann schauen wir mal was wir morgen machen.


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