Calais
Wir stehen früh auf um eine Chance auf die frühere Fähre zu haben. In 2,5h schaffen wir es bis Dover. Am Hafen gibt’s dann eine Polizeiumleitung durch die halbe Stadt. Weil es bei der Sicherheitskontrolle staut, nutzt man den Ort und seine Straßen als erweiterte Warteschlange. Gebucht haben wir 14:55 aber mit etwas Glück lässt man uns gerade noch in den Wartebereich für die 12:35 Fähre nach Calais.

Die Oscar Wilde hat noch nicht mal angelegt, Dover 6 wartet wie wir auf die Fähre. Kein Lüftchen regt sich und es wird richtig warm. So werden wir vermutlich gut für den Kontinent vorgewärmt.

Mit einer halben Stunde Verspätung geht es dann los. Der Grund für die Verzögerung: Viel Verkehr im Kanal. Hoffentlich schießt da kein Russe um sich…

Die Überfahrt nutzen wir um zu überlegen was wir noch machen wollen und können uns nicht einigen.
Der Campingplatz bei Namur? Klettern an der Maas? Paddeln an der Saarschleife, Shopping in Zweibrücken, oder doch noch mal Calais anschauen?
Fast alles haben wir schon gemacht, also fällt die Wahl – die Fähre hat schon angelegt – auf Calais. Ute sucht einen Campingplatz raus und mit einer Portion Glück ist noch ein Platz frei:
Wir kommen passend zur Abfahrt der Oscar Wilde zurück nach Dover an den Strand.

Wenn man zu weit ins Wasser geht fährt sie einem über die Füße.
Wir laufen den Strand lang in Richtung Calais auf den Pier und schauen uns die Promenade an.

Dort kriecht gerade ein riesiger Drache entlang, spuckt Rauch und Feuer und reckt den Kopf nach allem was er vielleicht fressen könnte. Angeblich hat man bei den Arbeiten zum Tunnel rüber nach England zu tief gegraben und seither ist der Drache frei.
Die riesige Marionette wird von mehreren Puppenspielern gesteuert und man kann oben drauf mitfahren. Wir schauen uns das Spektakel erst mal von unten an und essen was.

Zurück zum Campingplatz gehen wir wieder über den Strand mit seinen typischen weißen Strandbungalows.

Zurück am Bus genießen wir noch etwas die Sonne und eine zeitlich nicht ganz so strikt begrenzte Dusche, dann ist es Zeit für‘s Bett.
Leider ist auch Zeit für den DJ. Immer freitags legt er hier zum Tanzabend auf. Ins Dachzelt kriechen macht keinen Sinn, wir stehen quasi direkt neben dem Tanzpavillion.
Wir gehen also nach nebenan, trinken einen Cocktail und machen das Beste draus. Wir kramen die eingestaubten Tanzschritte raus und stolpern etwas in Crocs und Sneakern über den unebenen Beton, bis der DJ den Abend mit französischen Partyhits ausklingen lässt.
