KATEGORIE / Neapel 2026

Abkühlung

Die Nacht in Graubünden auf 1250m ist deutlich frischer als im Tessin. Dank Extradecken die immer dabei sind und einem herzlichen Frühstück bei der Paten-Cousine und ihrer Family absolut kein Problem.

Morgenstimmung 1250m über NN

Den Nachwuchs den Vormittag über über im Arm zu halten und in den Schlaf zu wiegen trägt auch sehr zum Wohlgefühl bei.

Gegen Mittag wird es Zeit die letzte Etappe in Angriff zu nehmen. Kurz vor der Grenze gibt’s noch einen Kuchenstopp und dann beginnt es leicht zu regnen. Nach 10 Tagen Sonne satt, wird klar dass wir alles richtig gemacht haben und mit Regen auf der Scheibe und 9 Grad fällt das Urlaubsende gar nicht so schwer.

Willkommen in LA

Es tröpfelt nur, wir laden schnell aus und stehen einem beißenden Geruch in der Wohnung gegenüber. Ute vermutet den Abfluss im Bad als Ursache. Ich nehme alles auseinander – berge 20ct aus dem Abfluss und jede Menge stinkenden grün-schwarzen Modders. Hoffentlich war das wirklich die Ursache.

Wir überlassen die miefende Bude erstmal sich selbst und gehen auf den schönen Urlaub erstmal was essen.

Zurück daheim lüften wir nochmal durch und hoffen dass wir dann Ruhe haben, andernfalls geht die Suche morgen weiter, für heute ist Feierabend 😊

Graubünden

Zum Frühstück gibt es Beschwerden über Muskelkater, und ein weiteres Canyonabenteuer fällt aus.

Wir fahren stattdessen zum nahegelegenen Lago Maggiore. Der erste Parkplatz bietet zwar einen schönen Seeblick aber keine Möglichkeit für einen Spaziergang oder etwas Strand.

Wir parken um und im zweiten Versuch haben wir mehr Glück. Schöne Uferpromenade und sogar Zugang zum Wasser.

Hhh

Jetzt fehlt eigentlich nur noch etwas zu essen denken wir gerade als uns ein Duft in die Nase weht. Samstag gibt es Tessiner Polenta mit Mortadella und Käse. Wir greifen zu.

Unter Mortadella hatten wir uns etwas anderes vorgestellt, aber die Tessiner Mortadella steht der italienischen in nichts nach. Ein sehr leckeres, einfaches Gericht dass wir uns direkt am See schmecken lassen.

Die Zubereitung mit dem großen Löffel in einem riesigen Topf dürfte zumindest körperlich nicht ganz so einfach sein wie das Gericht optisch anmutet.

So gestärkt machen wir uns auf nach Graubünden zum Verwandschaftsbesuch. Meine Cousine ist Mutter geworden und wir wollen den Familienzuwachs natürlich persönlich begrüßen. Der Kleine schläft grad im Tragetuch und so gehen wir erstmal eine Runde spazieren.

Der Frühling ist in diesem Tal noch nicht ganz der Sieger, aber der Winter leistet keinen ernsthaften Widerstand mehr.

Nur schade dass wir keine Langlauf Ski dabei haben, heute ist der letzte Tag an dem die Loipe noch offen ist.

Der Dicke darf für die letzte Urlaubsnacht vor der herrlichen Kulisse parken –

und wir spielen nach dem Essen noch eine Runde Karten, bevor wir uns zum Rauschen der Landquart und in Hörweite zu den Kühen noch einmal im Dachzelt zur Nacht einkuscheln.

Wasser im Gesicht

Mit ein Grund einer kurzen weiten Reise bis nach Pompeii zuzustimmen war die Aussicht auf dem Rückweg im Tessin zu stoppen und mit Ute einen Canyon zu gehen. Heute ist es endlich so weit. Direkt vom Campingplatz laufen wir los.

Bevor man sich in‘s kühle Nass stürzen kann, muss man zu dieser Jahreszeit erstmal den Körper vorwärmen. Praktisch dass die Canyon Einstiege oben am Berg sind.

Über viele und vor allem laaaaaange Treppen geht es aufwärts.

Nach einer halben Stunde ist der körperlich anstrengendste Teil für heute erledigt. Aussicht genießen…

… und noch ein paar Meter weiter hoch bis zum Einstieg.

Das Neopren sorgt dafür dass die mühsam erarbeitet Wärme erhalten bleibt und so gerüstet stürzen wir uns in‘s Abenteuer. Der erste Abseiler ist schnell überwunden und der erste Wasserkontakt hergestellt. Im Tessin gibt es gerne mal etwas mehr Wasser und das dann auch vorzugsweise aus allen Richtungen. Dabei ist es im Erstkontakt nicht ganz einfach die Ruhe zu bewahren. Der erste am Seil findet meist heraus welche Route nach unten nicht die optimale ist. Diese Aufgabe fällt heute Ute zu. Sie schlägt sich sehr gut und bekommt Wasser aus allen Richtungen ab.

Stück für Stück folgen wir dem Wasser bergab. Immer neue Wasserfälle erschaffen immer neue Winkel aus denen man Wasser abbekommen kann.

Am Anfang der Canyoning Karriere sammelt man Erfahrungen, deren stellenweise unbequeme Eigenschaften dann Motivation liefern es beim nächsten Versuch besser zu machen.

Von Oben einen Plan machen und dann unterwegs feststellen dass es so nicht funktioniert ist eine sehr häufige Erfahrung. Und dann gibt es Wasser in‘s Gesicht, Wasser in die Ohren und überhaupt Wasser aus allem Richtungen. Dabei ruhig und methodisch weiterzumachen und sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen ist anstrengend.

Weisswasser von überall und es gibt kein aussenrum. Da muss man dann durch. Ute schlägt sich hervorragend.

Immer mal wieder gibt es Gehpassagen in denen man die fast schon tropische Vegetation bestaunen kann. Palmen im Canyon gibt es nicht an jeder Ecke.

Wenn mal wieder ganze Bäume in der Schlucht gelandet sind, dann kann das den ein oder anderen Abseiler schonmal verkomplizieren. Auch hier macht Ute eine tolle Figur.

Im letzten Drittel der Tour sind die mentalen Kräfte erschöpft. Für eine erste Tour als Seilerste mit viel Wasser aus allen Richtungen ist das eine stramme Leistung. Wir haben hier die Möglichkeit auszusteigen und tun das. Ein paar Meter Wanderweg bergab, und noch 1,6km zum Campingplatz, dann warten Dusche, Sieger – Secco, Kaffee und die leckeren Törtchen aus Italien.

Material zum Trocknen aufhängen und das Erlebte reflektieren beanspruchen den Rest der Zeit bis zum Abendessen. Es gibt die letzten Leckereien aus Italien. Speck, Bresaola und Gorgonzola, dazu ein Salat – herrlich.

Ein kleiner Verdauungsspaziergang muss aber noch drin sein. Hinter dem Campingplatz ist der Fiume Ticino, den schauen wir uns mal an.

Ein Stück nach Rechts gibts eine Eisenbahnbrücke unter der man hergehen kann. Da zu stehen wenn ein Zug drüber donnert ist beeindruckend. Man weiß das da nix passieren kann, aber wir zucken trotzdem gehörig zusammen als der Zug über unsere Köpfe donnert. Sehr beeindruckend, wann hat man schonmal die Gelegenheit zu erleben dass ein Zug mit voller Geschwindigkeit nur sehr knapp über einen hinwegdonnert?

Nach der Bahnbrücke geht‘s zurück über einen Steinweg Richtung Campingplatz, nach allem was wir in Pompeii gelernt haben könnte das sogar noch römisch sein. In jedem Fall sieht er aus wie für die Ewigkeit angelegt.

Um zu unserem Bus zu kommen, müssen wir noch einmal den Fluss queren. Ute hat genug Wasser für heute abbekommen und so geht es huckepack über den Bach😎

Nature Calling

Wir verbringen eine sehr ruhige Nacht am Fluss. Keine Züge, keine Auto‘s nichts außer dem Rauschen des Baches. Herrlich.

Ich habe den Kaffee gerade fertig, da verspürt Ute einen dringenden Ruf der Natur. Der einzige Nachteil das Plätzchens wird offenbar: nirgends gibt es ein passendes Gebüsch um dem Ruf der Natur zu folgen. 2. Premiere unserer Lösung für solche Fälle.

Der Wind liefert noch einen kleinen Kampf, aber den verliert er. Und endlich weiht Ute erfolgreich unsere Nottoilette ein – diese Sorge im Hinterkopf dürfte Geschichte sein, und wir genießen den verdienten Kaffee am Fluss.

Für heute haben wir einen Fahrtag in’s Tessin geplant und machen uns – kaum ist der Kaffee ausgetrunken – auf die Socken.

Zur Mittagszzeit macht Ute sich daran ein Café zu finden dass uns mit einem leckeren Frühstück versorgen kann. Schnell hat sie eines gefunden. Es soll diese leckeren Küchlein geben, Cappuchino und was man sonst so braucht gäbe es ebenfalls.

Ich frage ob es denn günstig am Weg liegt. Ute bestätigt dass und wir setzen Kurs auf das Café.

Kurz vor 12 erreichen wir die Ausfahrt, zahlen mal wieder Maut und ich folge Ute‘s Anweisungen in Richtung Café. Nach dem unheimlichen Treffer am Strand in Pompeii bin ich da sorglos.

Nachdem ich schon 5 Minuten hungrig und mit dem Frühstück vor Augen durch die Prärie gefahren bin, und ich nun auch schon eine Weile durch ein Städchen kurve, frage ich mal nach wie lange es denn noch wäre. Die Antwort: 5 Minuen, wir sind gleich da.

Ich will gerade bemerken dass das nicht mehr ganz dem entspricht was ich als „günstig am Weg gelegen“ bezeichnen würde, da lässt mich Ute wissen dass das auf der Karte ganz nah aussah.

Da die Schuldfrage nun zu Lasten der Karte geklärt ist, können wir uns darauf konzentrieren ein Frühstück zu bekommen.

5 Minuten später sind wir dann auch da. Nette kleine typisch italienische Bar. Von Wein über Kaffee bis Gebäck ist alles da. Nur die leckeren Törtchen sind nicht in der Auslage. Naja, es gab genügend andere Naschereien zur Auswahl.

Im Supermarkt nebenan finden wir dann noch die leckeren Törtchen und nehmen dann eben die mit.

Kurz vor der Grenze tanken wir nochmal Diesel für 2,079€ / Liter und sollten damit in jedem Fall bis nach Hause kommen.

Erstmal aber geht‘s in‘s Tessin auf den besten Campingplatz der Schweiz. Fast freie Auswahl beim Self Check In inclusive.

Da das Restaurant am Platz leider zu hat, spazieren wir in den Ort auf der Suche nach einer Pizzeria.

Nach einem kleinen Spaziergang – mehr Sport wird es heute leider nicht – werden wir fündig.

Die neapolitanische Pizza war besser, aber die Gnocci sind sehr überzeugend.

Wir checken noch schnell den Wasserstand für Morgen,

und dann heißt es „Ab in‘s Bett“ und mal wieder Zügen und knisternden Hochspannungsleitungen lauschen.

Nacht über Cugnasco

Monster in Bomarzo

Diese Überschrift lockte uns auf der Suche nach einer Tageswanderung am Wege nach Bomarzo, am nördlichen Rand des Latium.

Eigentlich hatte ich mit einer schwarzen Tour zum Lago della Duchessa geliebäugelt, dann lasen wir dass die Hälfte der Tour wegen einer Schutzzeit für Wild nicht gegangen werden kann und suchten nach Alternativen. Dass da Oben sehr warscheinlich noch Schnee liegt mag gerüchteweises ebenfalls ein Grund gewesen sein auf die Tour zu verzichten.

Die Überschrift versprach „Möstri“, das Bild dazu überzeugte mich vollends. Ohne groß weiterzulesen steuerten wir Bomarzo an.

Da die Kapelle gestern nicht sehr lang durchgehalten hatte und auch Hubschrauber und Hunde irgendwann zu Bett gingen, hatten wir eine erholsame Nacht und erreichten unser Ziel entsprechend ausgeruht.

Der angegebene Parkplatz für unsere Wanderung gehört zum Parco dei Möstri, dem Park der Ungeheuer. Um diese zu Gesicht zu bekommen wird Eintritt verlangt. Von dem Gelände schallen uns aufgeregte Kinderstimmen in Klassenstärke entgegen.

Ausgeruht wie wir sind wird uns klar dass wir vom Rother mit Monstern geködert wurden, die gar nicht zur Wanderung gehören und extra bezahlt werden müssen. Die akustische Freizeitpark Kulisse ist wenig verlockend, wir starten erstmal die Wanderung.

Bomarzo ist wie schon Vitorchiano gestern prominent auf einen Felsen gebaut worden und präsentiert sich zum Start der Tour als ansprechende Kulisse. Ebenso die netten kleinen Anwesen auf dem der Stadt gegenüberliegenden Höhenzug den wir nun entlangwandern.

Schnell wird es jedoch ländlich. Die Sonne brezelt schon sommerlich, aber die Luft ist am Morgen noch kühl. Sehr angenehmes Wanderwetter.

Am Ende des Höhenzuges steigt der Weg bergab und führt über einen Hohlweg in‘s Tal.

Im Tal verläuft allerdings auch die Autobahn nebst Bahntrasse mit entsprechender Geräuschkulisse. Wir fühlen uns vom Rother erneut getäuscht. Dass die Wegpunkte auf unserer Tour viel zu oft „Brücke“, „Umspannturm“ und „T-Kreuzung“ heißen hätte uns eine Warnung sein können.

Kilometerlang folgen wir nun einer Asphaltstraße und werden dabei noch von einem LKW überholt und in eine Staubwolke gehüllt. Nach einem Anstieg entkommen wir dem Autobahn Soundtrack, haben nun aber eine sehr lange Gerade vor uns, an deren Ende der Wegpunkte „Umspannturm“ auf uns wartet.

Immerhin kommt uns hier nur ein Traktor entgegen. Am Umspannturm biegen wir ab und kommen endlich von der Straße runter. Ich will mich gerade über die Streckenführung aufregen da sehen wir ein Schild an der Haselnussplantage.

Trüffel? Ich dachte das sind Haselnussplantagen die hier zu Hauf zu sehen sind? Eine schnelle Recherche bringt die Erkenntnis: Es ist beides. Trüffel bilden als Mykorrhizapilz eine Symbiose unter anderem mit Haselnuss-Sträuchern und versorgen die Hasel im Tausch gegen Nährstoffe mit Wasser. Beide profitieren und der Bauer kann beides ernten: Nüsse und Trüffel.

Wir sind nun schlauer aber immer noch hungrig. Statt Brücken und Umspanntürmen hätten wir lieber einen Picknickplatz. Nach mehr als der Hälfte der Strecke rollen wir einen Baumstamm auf den Weg und improvisieren uns eine Bank zum picknicken.

Der nächste Wegpunkt heißt „Siedlung“ und diesmal handelt es sich endlich um ein Highlight auf der Tour. Es ist eine weitere etruskische Siedlung deren Überreste hier zu sehen sind.

Das Hinweisschild am Eingang ist noch etwas unentschlossen, aber die Strukturen sprechen für sich selbst.

Zu den Liegestätten gibt es hier noch Nischen in der Wand und riesige Regale.

Nippes erfreute sich offenbar schon in vorchristlicher Zeit großer Beliebtheit.

Hier ist offenbar das ganze Plateau ausgehöhlt worden und alle paar Meter gibt es ein neues Loch im Berg – alle gegen versehentliches hineinstolpern in die etruskischen Hinterzimmer durch Geländer geschützt.

Eine der Kammern ist in eine Art Galerie verwandelt worden, in der naiv wirkende Kunst ausgestellt ist.

Die Texte dazu sind wenig aufschlussreich und erzählen beispielsweise die Geschichte vom Schwein und dem Esel.

Die Übersetzung macht entgültig klar, dass es sich hier nicht um etruskische Geschichten geht.

DAS SCHWEIN UND DER ESEL

Eines Morgens sah ein armer Esel ein Schwein namens Enrico auf dem Weg zum Schlachthof, brach in Tränen aus und sagte: „Adieu Bruder, wir werden uns nie wieder sehen, es gibt keinen Zufluchtsort!“

Man muss ein Philosoph sein, man muss.

Da sagte das Schwein zu ihm: „Halt ein, mach dich nicht lächerlich, vielleicht begeben wir uns eines Tages in einer Bologner Mortadella!“

So aufgemuntert schaffen wir auch noch die restlichen Kilometer bis wir wieder vor dem Park der Ungeheuer stehen. Um unsere Monster betrogen beißen wir in den sauren Apfel und investieren je 15€ Eintritt um uns den Sacro Bosco, den Heiligen Wald anzuschauen.

Vor etwa 500 Jahren hat hier ein Adelsspross einen Park angelegt, der mit so ziemlich allem brach was man damals unter einem italienischen Garten verstand. Die Inschriften der Steinskulpturen sind immer noch Gegenstand von Diskussionen und Versuchen Sinn in das Ganze zu bringen. Man hat sich wohl darauf geeinigt dass es am besten sei dass sich einfach jeder ein eigenes Bild davon macht, was das Ganze soll. Dem kann ich mich nur anschließen und mich eines Kommentars enthalten.

Wir beschließen dass der Eintritt sich gelohnt hat und dass selbiges auch für die Wanderung gilt. Wir haben ihr mindestens eine Trainingseinheit und eine Portion Ausgeglichenheit zu verdanken.

Inzwischen ist es 15:30 und die Sonne stärker geworden. Der kühle Wind fehlt. Ich koche schon fast wieder, es wird Zeit für das kühle Radler am Bus.

Das Radler zischt, aber ich bin immer noch genau richtig temperiert für ein kühles Bad im Fluss. Wir müssen aber erstmal wieder auf die Straße.

Italien ohne Shopping geht natürlich nicht, und so steuern wir ein Lederwarengeschäft an, dass uns 2018 bereits begeisterte und praktisch am Weg liegt.

Die etwas ungewöhnliche Warenpräsentation auf dem Fußboden darf nicht darüber hinwegtäuschen dass hier ausgefallene Schnäppchen zu machen sind.

Scarpe per la Donna

An der Kasse erleben wir einen neuen Trick, der den Abschied von der Kohle wohl erleichtern soll. Die Einkaufstüte wird mit speziellem Parfum eingedieselt und riecht nun gut 🤪

Ute mit wohlriechender Beute

Wir sind die letzten im Laden und hinter uns wird abgesperrt.

Da wirklich schöne Stellplätze bisher viel zu kurz kamen, haben wir für den Abend ein schönes Plätzchen am Fluss in der Nähe auserkoren, da fahren wir jetzt hin.

Ute bereitet schonmal alles vor damit ich gleich kochen kann, und ich bekomme endlich meine Abkühlung – kaum April aber hier ist es ab Mittags schon so warm dass man Abends noch das Verlangen spürt in kalten Bergbächen zu baden.

Die Canyoning Saison kann kommen!

Da das heute der vorerst letzte Abend in Italien ist, gibt es nochmal Salat und Pasta. Toskanische Kekse zum Dessert, obwohl wir schon in den Marken sind.

Der Fluss wird heute Nacht hoffentlich die einzige Geräuschquelle sein. Ein paar Hunde kläffen noch los, aber die übertönt dass Wasser mühelos sobald ich das Dachzelt betrete. Gefühlt haben wir mal wieder im Wasser geparkt und der Bach fließt akustisch durch unser Dachzelt. Ich muss direkt nochmal austreten.

Vitorchiano

Wir haben mit dem Stellplatzwechsel eine gute Wahl getroffen. Züge fahren wesentlich weniger und dazu leiser als Auto‘s. Dass Ute dennoch nicht durchschlafen kann, liegt wohl an den gut geölten Spaghetti, die in der Nacht dringend an die frische Luft wollen.

Der Veranstalter der Vesuvtour hätte uns gerne noch eine Tour nach Capri oder die Amalfi Küste angedreht, aber nach der Erkenntnis von gestern passen wir und machen uns auf nach Norden.

Da wir früher als gedacht loskommen, spekulieren wir nach ca. 3h Fahrt auf eine Wanderung im Latium aus dem Rother. Bevor es losgeht, tanken wir noch für 1,99 Diesel und überlegen kurz ob wir noch irgendwo einen Anhänger mit großem Fass auftreiben sollten, begnügen uns dann aber mit Mortadella, Gorgonzola und Speck aus dem Supermarkt.

Früher als gedacht war leider nicht früh genug. Nach 3h haben wir von den 300 geplanten Kilometern erst knapp über 100 geschafft. Stau in Richtung Rom. Die Mittagspause wird auf dem Autobahnrastplatz eingelegt.

Während das Thermometer langsam Richtung 30 Grad klettert, erreichen wir um 16:00 endlich unser Ziel Vitorchiano – denken dass wir die Wanderung noch bis zum Sonnenuntergang hinbekommen können – und laufen los.

Enge Gässchen bestaunen, und Fassaden bewundern, wir sind entzückt.

Dann suchen wir den Weg. Es sollte links weitergehen, aber da ist nur ein Balkon mit gähnenden Abgrund darunter. Wir sehen den Weg aber haben keine Idee wir wir da hin kommen sollen.

Ein Einheimischer hilft uns. Erst nach rechts, dann unter dem Gehweg durch und schon sind wir richtig.

So aus der Stadt getunnelt können wir die Szenerie erst richtig erfassen. Von dieser Seite wollte man keine Besucher haben 😬

Wir folgen dem Weg hinunter zu einem Bachlauf und dem von indigenen Maori gestalteten Figurengarten.

Vorbei an Haselnussplantagen …

… alten Gemäuern …

… und spannenden Felsformationen,

bieten sich plötzlich Weitblicke …

und Einblicke in etruskische Wohnzimmer.

Auch eine etruskische Nekropole gibt es zu bestaunen.

Die waren ganz offensichtlich kleiner und schmaler gebaut als unsereiner.

Während der Tag sich dem Ende neigt kommen wir auch auf die Zielgerade unserer Wanderung.

Abendstimmung

Vitorchiano zeigt sich nochmal vor dem Horizont, dann sputen wir uns um noch mit Licht einen Platz für die Nacht zu finden.

Die Suche gestaltet sich nicht einfach. Alle Optionen haben mindestens einen Nachteil. Direkt an der Straße, dreckig, kein Sichtschutz für nächtliche Austritte oder Jugendliche, die Nachts um 11 mit Steinen auf Wohnmobile werfen. Schließlich fällt die Wahl auf einen Bauern mit Nebenerwerb Stellplatzvermietung. Nochmal 17 Minuten in die falsche Richtung und dann haben wir einen Platz für die Nacht. Schaschlikpfanne, Reis und frischer Salat, dann sind wir fertig für eine erholsame Nacht fernab von jeglichem Trubel so glauben wir.

Nebenan ist ein Flugplatz, und ständig kreist ein Hubschrauber. Sogar ein Chinhook mit Doppelrotor ist dabei. Dazu kläffen ständig Hunde und um 22:55 fängt nebenan eine Marschkapelle an aufzuspielen. Kann man sich nicht ausdenken.

Als Betthupferl gibt es eine lokale Spezialität. Pfirsichimitat aus Gebäck, getränkt in Likör. Das wird vermutlich beim Einschlafen helfen.

Tanz auf dem Vulkan

Für heute ist der Vesuv das Ziel. Nachdem wir das gestern von unten bestaunt haben, soll die Naturgewalt jetzt auch von oben erlebt werden.

Für eine Tour in Eigenregie waren wir zu langsam bzw. zu spontan – kurz vorher bekommt man keine Tickets mehr. Man hätte auf Verdacht da hochgehen können um zu hoffen über ein wackeliges WLAN eines von 10 Last Minute Online Tickets zu ergattern, aber davon wird abgeraten. Wir buchten also eine Bustour. Zum vierfachen Preis werden wir mit einem Aufkleber mit Abfahrtszeit markiert und durch eine zerklüftete und andersartige Landschaft bis direkt vor den Einlass gefahren.

Wir kommen mal wieder an der Schlange vorbei und haben dann den Aufstieg zum Krater vor uns. 20-40 Minuten soll das dauern, wir peilen eher die 20 Minuten Marke an.

Oben kann man in den Krater blicken, eine Fumarole bestaunen, die Aussicht auf den Golf von Neapel genießen und natürlich Souveniers kaufen.

Viel mehr als ein Loch ist das allerdings nicht. Keine Lava, kein Schwefelgeruch, der Vulkan gibt sich sehr friedlich. Einzig die sanft vor sich hin rauchende Stelle ist ein Hinweis das hier noch nicht alles erloschen ist.

Der Vulkan gibt kleine Rauchzeichen

Der Golf von Neapel liegt leider unter etwas Dunst aber ist ganz nett anzuschauen.

Die dreiste Kopie des berühmten BaWü Aufklebers fasst es ganz gut zusammen.

Wir versuchen noch die Ruinen von Pompeii von hier zu erkennen, scheitern dabei aber leider trotz Fernglas. Dann ist es auch schon wieder Zeit zum Bus zurückzukehren. Nicht dass die uns hier vergessen.

Am Bus erfahren wir von den leicht gestressten Mitarbeitern dass wir uns den worst case Tag für den Vesuv ausgesucht haben. In Italien geht man an Ostermontag gerne mit der Familie in die Berge. Das Problem: die meisten hier kennen nur einen Berg. Richtig – den Vesuv. Ergo sind alle hier und die Busse sind ausgebucht. Eine nicht enden wollende Karawane an Bussen quält sich den Berg herauf und herunter. Wir hatten Glück dass wir den ersten Bus gebucht haben. Bergab fahren wir an mehreren Busstaus vor den engen Serpentinen vorbei.

So richtig umgehauen hat uns der Ausflug nicht. Ohne eigene Anstrengung und mit so vielen anderen ist es zwar interessant, lehrreich und mit schöner Aussicht, aber kein prägendes Erlebnis. Been there, done that. Haken dran.

Ohne das Wissen auf was man da gerade herumgelaufen ist und welche Naturgewalt darunter schlummert erscheint der Vesuv wie ein harmloser Berg ganz so wie jeder andere und genau so wie er den Einwohnern vom Pompeii erschien, bis es zu spät war. Beeindrucken kann er nur die Wissenden die die Zeichen zu lesen wissen oder sich von Plinius dem Jüngeren davon berichten ließen und ihm glaubten.

Zurück in Pompeii gibts erstmal Vesper am großen Platz vor der Kirche und Leute gucken. Die Mode ist in Italien definitiv eine andere. Die Bandbreite ist größer und auch nach einer halben Stunde gibt es keine Doppelgänger.

So eine Pause in der Stadt ist natürlich nicht komplett ohne Gelati 😋 Das gibt es als Dessert und dann überlegen wir was wir noch machen.

Ute will an‘s Meer und übernimmt die Führung.

Ich zweifele anhand der immer unschöner werdenden Aussichten daran dass das lohnenswert wird und erwarte jeden Moment ein abgewracktes öliges Hafenbecken.

Ute folgt unbeirrt ihrem Navi.

Noch einmal links abbiegen, dann zeigt sich rechts eine Werft. Ich sehe meine Befürchtungen schon bestätigt. Der Müll am Straßenrand wird auch nicht weniger.

Aber Ute schreitet voran, irgendwo hier muss das Meer sein.

Wir überklettern eine marode Betonabsperrung und siehe da: das Meer!

Dazu schwarzer Sand, der von der Katastrophe im Jahr 79 zeugt. Es handelt sich um die erodierten Überreste des Vulkanausbruchs.

Wir genießen die Aussicht und den warmen Sand und nehmen noch ein erfrischendes Fußbad im Tyrrhenischen Meer bevor es zurück zum Campingplatz geht.

Ich frage Ute wie sie das hier gefunden hat. Ganz einfach, da war ein Wandersymbol an der Küste, da muss ja ein Wanderweg hinführen. 🤪

Ganz in der Nähe finden wir noch diese zurückliegenden Kirche. Inschrift: Quis it Deus. Wer ist wie Gott?

Ich sage es mal so: Diesen schönen schwarzen Sandstrand mitten im Industriegebiet zu finden wäre schonmal ein notwendiges – wenn auch kein hinreichendes Kriterium.

Zurück am Camping parken wir den Bus um, ein Platz mit etwas mehr Abstand von der Straße war frei und wir griffen zu. Dafür stehen wir jetzt näher an der Bahnlinie. Mal sehen ob das ein guter Tausch war…

Unter dem Vulkan

Die erste Nacht am Fuße des Vesuv ist unruhig, was jedoch nicht dem Vulkan angelastet werden kann. Der hat nach dem letzten Ausbruch 1944 gerade eine Ruhephase, wird aber weiterhin als aktiv bezeichnet und kann jederzeit ausbrechen. Seltsamerweise bereitet uns das keine schlaflose Nacht, das erledigen Alarmanlagen die ohne Unterlass Alarm schlagen, Verkehrsteilnehmer auf der nahen Hauptstraße die ihr schwaches Ego mit Hubraum kompensieren und morgens um halb 5 ein ausgesperrter Hüttenbewohner auf dem Platz der ausdauernd und lautstark Einlass in seinen Bungalow fordert. Gehör findet er nur bei allen anderen.

Nach dem morgendlichen Kaffee machen wir uns auf zum Treffpunkt für unsere Pompeii Führung. Den Campingplatz „Spartacus“ hat Ute taktisch gewählt, 5 Minuten bis zum Haupteingang. Eindeutig ein Touri Hotspot, lange Schlangen vor dem Eingang. Wir finden unsere Gruppe und kommen so an der Schlange vorbei bequem auf das Gelände. Die Eintrittskarte gibt schon einen Vorgeschmack auf das was uns erwartet.

Roxana klingt als hätte sie ein Reibeisen gefrühstückt, führt uns aber unterhaltsam durch die riesige ausgegrabene Stadt.

Im Jahre 79 entpuppte sich einer der umgebenden Berge als Vulkan und brach pyroklastisch aus. Innerhalb von 3 Tagen wurde die Stadt unter 5-6 Meter heißem Ascheregen (Hagel tritt es vermutlich besser) begraben. Diese Katastrophe entpuppte sich als Glücksfall für die Archäologie, da die Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern für die Nachwelt konserviert wurde und so genaue Eindrücke des Lebens damals preisgeben konnte.

Roxana lässt die alte Stadt für uns wieder lebendig werden und erklärt dass es früher gar nicht so viel anders war als heute.

Direkt am Weg vom Hafen herauf in die Stadt lag die erste Kneipe um nach der langen Seefahrt die dringendsten Bedürfnisse zu befriedigen. Waren Hunger und Durst gestillt, konnte man sich dem widmen weswegen man hier war. Geschäfte machen und Handel treiben.

Dazu gehörte bei denjenigen die dabei besonders erfolgreich waren auch ein ganz spezieller Service der im Haus angeboten wurde. Erlaubt und besteuert, denn damals galt wie heute: Bezahlt haben die Bürger.

An vielen Beispielen wird klar, dass sich seit über 2000 Jahren bei den grundlegenden Sachen kaum etwas geändert hat. Fußbodenheizung, Sauna, Wasserleitungen (aus Blei) und Ventile für die Springbrunnen inclusive.

Prächtige Wandmalereien und teure Farben, Lapislazuli aus Afghanistan, damals wie heute wurde gezeigt was man hatte.

Das Zinnoberrot war extrem teuer und nebenbei aufgrund des enthaltenen Quecksilbers noch giftig dazu. Um sich den Tod vom Leib zu halten, prangten an vielen Häusern Phalli, die das Leben symbolisierten und Krankheit und Tod auf Abstand halten sollten.

Als wir an diesem Mosaik aus 2-3 Millionen Teilen ankommen, weiß ich endlich wozu der Geschichtsunterricht gut war. Als Roxana die hier dargestellte Keilerei bei Issos erläutert, habe ich davon schonmal gehört und das korrekte Jahr behalten😎

Das größte Haus im Ort beherbergt auch den Faun, den hatte ich mir irgendwie größer vorgestellt.

Der Faun

Zum Schluss bietet sich ein Blick durch die Ruinen zum Vesuv der sie erschuf und konservierte.

Roxana entlässt uns und empfiehlt noch das Amphitheater und die Ausstellung der Gipsabgüsse. Da die Menschen, die sich nicht durch Flucht retten konnten , von der Asche erstickt und eingeschlossen wurden, überdauerten in der aushärtenden Vulkanasche ihre Umrisse und Knochen. Durch ausgießen der Hohlräume mit Gips konnten diese Schatten der Vergangenheit bewahrt werden und sind nun hier ausgestellt.

Miniatur eines Gipsabdrucks

Die Ausstellung bittet um schweigendes Betrachten. Ich kann kaum nachvollziehen dass das erwähnt werden muss, bin mit dieser Empfindung jedoch nicht unter ausschließlich gleich empfindenden. Es ist leiser als vor der Ausstellung aber gequatscht, mit den Kindern diskutiert und telefoniert wird trotzdem. Nicht alle nehmen den Tod der Anderen so ernst und wie anders ist zu erklären dass die Gegend hier überhaupt wieder besiedelt ist?

Auf dem Weg Richtung Ausgang kommen wir an einem der zahlreichen antiken Snack Shops vorbei, und bei diesem lässt sich der alte Glanz noch besser erkennen, da der Marmor hier nicht geklaut wurde und erhalten blieb. Vieles des wertvollen Baumaterials wurde im Lauf der Zeit leider „wiederverwendet“, wie Roxana uns wissen ließ.

Die Tour und die Menschenmassen haben uns mit der unruhigen Nacht zusammen ordentlich geschlaucht und wir legen uns erstmal ein Weilchen hin für ein Schläfchen im Bus. Gerade rechtzeitig zum Abendessen werden wir wach und dann endlich ist es Zeit für die erste wirklich neapolitanische Pizza.

Direkt am Campingplatz, nach nur 60 Sekunden im Ofen direkt serviert und oberlecker. Die kurze aber extreme Hitze erhält das volle Aroma und wir schwelgen im Geschmack von Hefeteig, Tomate, Basilikum und Mozzarella. Ute hat den Platz wirklich gut gewählt 😋

Beim nächtlichen Gang zur Toilette fällt mir der Fußbodenbelag auf, mir kommen Roxana‘s Worte in den Sinn.

Spassabfall

Geweckt werden wir von einem Fasan. Kaffee kochen, zusammenpacken und noch schnell den Supermarkt aufsuchen. Mortadella, Prosciutto cotto und Gorgonzola dolce für die Mittagspause kommen mit. Dann geht‘s wieder auf die Autostrada.

Bis zur Mittagspause genießen wir die Toskanische Landschaft, dann sind die Leckereien an der Reihe.

Lief es gestern trotz Stau noch richtig gut, so kommen wir heute zwar stauffrei aber nicht streitfrei durch. Lange Strecken können an den Nerven zerren…

Wir lauschen einem Vortrag von Reinhold Messner. Während dieser sich durch den Himalaya kämpft reißen wir einen Kilometer nach dem anderen ab. 500km ohne Wechsel einfach immer geradeaus bis Pompei auf der selben Straße. Wir schaffen es ohne Komplikationen bis Pompei.

Direkt nach der Ausfahrt finden wir uns in einem typischen Touristenhotspot wieder. Zum Glück läuft die Saison grad erst an.

Der Campingplatz ist trotzdem schon voll, aber wir haben Glück und ergattern den letzten freien Platz unter einem Orangenbaum.

Direkt da wo wir den Campingtisch aufstellen hängt eine saftig leuchtende Orange. Ich überlege die ganze Zeit wie ich da drankomme.

So nah und doch so fern

Ein kleiner Spaziergang um die Gegend zu erkunden oder vielmehr um nach der langen Fahrerei die Beine zu vertreten führt direkt zum archäologischen Park.

Archäologie steht für morgen auf dem Plan, wir brutzeln erstmal die mitgebrachten Bratlinge und futtern mit Orangenblütenduft in der Nase. Noch habe ich keinen guten Plan wie ich an das Dessert komme und statt frischer Orange gibt es ergo nur einen Verdauungsspaziergang mit Blick auf den Vesuv.

Den Golf von Neapel dagegen können wir erstmal nur erahnen.

Vulkane und explodierende Dieselpreise

Der Frühlingsanfang präsentiert sich mit Macht und Ute will zum Vesuv. Pompei steht ebenfalls auf der Wunschliste. 1300km einfache Fahrt für knapp 10 Tage, ich halte das erstmal für einen Scherz.

Dazu klettern die Spritpreise einfach immer höher. Die Regierung begrenzt die Preisanhebungen auf einmal täglich und der Effekt ist dass die Preise noch höher klettern und gar nicht mehr gesenkt werden.

Keine Sterne in Athen – Er hat den Urlaub nicht gewollt – Sie hat gesagt es müsste sein. Wir fahren also los, vielleicht gibt es in Italien ja bezahlbaren Diesel. Zum Glück ist der Tank noch voll und sollte uns bis Modena reichen. Da kennen wir von der Reise nach Rom 2018 einen Stellplatz und eine nette Pizzeria.

Bis in die Schweiz kommen wir gut durch, vor dem Gotthard staut es sich dann, die Spritpreise sind offenbar noch nicht hoch genug.

Über einige Umleitungen und Alternativrouten schaffen wir es mit einiger Verspätung bis Modena und finden – kaum von der Autobahn abgefahren Diesel für unter 2€ je Liter.

Wir tanken voll. Nicht alles schafft es in den Tank – die Zapfpistole tropft. Bevor hier noch alles in Flammen aufgehen kann nehmen wir die letzten Kilometer bis zum Stellplatz auch noch unter die Räder. 12h am Steuer mit nur einer kleinen Pinkelpause – Ute will wirklich zum Vesuv und fährt unermüdlich.

Die Pizzeria vom letzten Mal finden wir nicht mehr, aber eine Alternative ist schnell ausgemacht. Wir geraten in einen Karaoke Abend. Frau Medici trällert italienische Gassenhauer und spendiert eine Runde Ostereier – die Apple Watch schlägt Alarm und empfiehlt einen Gehörschutz. 90dB sind erreicht. Die Pizza ist – anders als die Gesangsqualität – hervorragend und über jeden Zweifel erhaben.

Pizza Modena VIP

Als wir zurück zum Bus laufen, klingeln die Ohren noch eine Weile, dann haben wir endlich Ruhe. Jedenfalls hoffen wir dass die Nachbarn auf dem sehr gut gefüllten Stellplatz nicht auch noch einen Karaokeabend starten…

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