Vitorchiano

Wir haben mit dem Stellplatzwechsel eine gute Wahl getroffen. Züge fahren wesentlich weniger und dazu leiser als Auto‘s. Dass Ute dennoch nicht durchschlafen kann, liegt wohl an den gut geölten Spaghetti, die in der Nacht dringend an die frische Luft wollen.

Der Veranstalter der Vesuvtour hätte uns gerne noch eine Tour nach Capri oder die Amalfi Küste angedreht, aber nach der Erkenntnis von gestern passen wir und machen uns auf nach Norden.

Da wir früher als gedacht loskommen, spekulieren wir nach ca. 3h Fahrt auf eine Wanderung im Latium aus dem Rother. Bevor es losgeht, tanken wir noch für 1,99 Diesel und überlegen kurz ob wir noch irgendwo einen Anhänger mit großem Fass auftreiben sollten, begnügen uns dann aber mit Mortadella, Gorgonzola und Speck aus dem Supermarkt.

Früher als gedacht war leider nicht früh genug. Nach 3h haben wir von den 300 geplanten Kilometern erst knapp über 100 geschafft. Stau in Richtung Rom. Die Mittagspause wird auf dem Autobahnrastplatz eingelegt.

Während das Thermometer langsam Richtung 30 Grad klettert, erreichen wir um 16:00 endlich unser Ziel Vitorchiano – denken dass wir die Wanderung noch bis zum Sonnenuntergang hinbekommen können – und laufen los.

Enge Gässchen bestaunen, und Fassaden bewundern, wir sind entzückt.

Dann suchen wir den Weg. Es sollte links weitergehen, aber da ist nur ein Balkon mit gähnenden Abgrund darunter. Wir sehen den Weg aber haben keine Idee wir wir da hin kommen sollen.

Ein Einheimischer hilft uns. Erst nach rechts, dann unter dem Gehweg durch und schon sind wir richtig.

So aus der Stadt getunnelt können wir die Szenerie erst richtig erfassen. Von dieser Seite wollte man keine Besucher haben 😬

Wir folgen dem Weg hinunter zu einem Bachlauf und dem von indigenen Maori gestalteten Figurengarten.

Vorbei an Haselnussplantagen …

… alten Gemäuern …

… und spannenden Felsformationen,

bieten sich plötzlich Weitblicke …

und Einblicke in etruskische Wohnzimmer.

Auch eine etruskische Nekropole gibt es zu bestaunen.

Die waren ganz offensichtlich kleiner und schmaler gebaut als unsereiner.

Während der Tag sich dem Ende neigt kommen wir auch auf die Zielgerade unserer Wanderung.

Abendstimmung

Vitorchiano zeigt sich nochmal vor dem Horizont, dann sputen wir uns um noch mit Licht einen Platz für die Nacht zu finden.

Die Suche gestaltet sich nicht einfach. Alle Optionen haben mindestens einen Nachteil. Direkt an der Straße, dreckig, kein Sichtschutz für nächtliche Austritte oder Jugendliche, die Nachts um 11 mit Steinen auf Wohnmobile werfen. Schließlich fällt die Wahl auf einen Bauern mit Nebenerwerb Stellplatzvermietung. Nochmal 17 Minuten in die falsche Richtung und dann haben wir einen Platz für die Nacht. Schaschlikpfanne, Reis und frischer Salat, dann sind wir fertig für eine erholsame Nacht fernab von jeglichem Trubel so glauben wir.

Nebenan ist ein Flugplatz, und ständig kreist ein Hubschrauber. Sogar ein Chinhook mit Doppelrotor ist dabei. Dazu kläffen ständig Hunde und um 22:55 fängt nebenan eine Marschkapelle an aufzuspielen. Kann man sich nicht ausdenken.

Als Betthupferl gibt es eine lokale Spezialität. Pfirsichimitat aus Gebäck, getränkt in Likör. Das wird vermutlich beim Einschlafen helfen.

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