Seensucht

Das Wetter für den Montag ist im Alpenraum ziemlich Nass vorhergesagt und das bekommen wir in der Nacht auch schon mit.

Im Tannheimer Tal, dem angedachten Ziel für die kommende Woche sieht es besonders Nass aus, und so fahren wir spontan in Richtung unseres geliebten Ledrosees, da soll es weniger Nass sein.

Zunächst shoppen wir noch in Dornbirn die vergessenen Sachen ein, und kommen so um 12 endlich los, allerdings nicht besonders weit. Die Mittagszeit verlangt dringend nach etwas zu Essen und so fahren wir ab und suchen ein schönes Plätzchen für ein Picknick.

Wir werden vom nächsten Passanten gleich informiert dass wir bloss nicht auf die Idee kommen sollen hier zu übernachten.

Wir vertreten uns nach dem Essen noch die Beine und finden ein Denkmal für die Pestopfer der Gegend. Der Zusammenhang bzw. was der Künstler hier sagen wollte wird uns nicht so recht klar:

Mit Corona im Nacken bleibt ein mulmiges Gefühl, also schnell weiter..

Morgen wollen wir die Rother Wanderung Nr. 50 mal ohne Schnee probieren und steuern den Parkplatz im Val di Concei vom letzten mal an, der sehr einladend aussah.

Bis wir ankommen ist es schon halb Acht, Ute kocht Nudeln mit Bolognese und wir laden den Conte die Campiano zu uns an den Tisch ein.

Mit Kuhglockengeläut speisen wir vorzüglich, und der Conte hebt die Stimmung, so eine Fahrt im Regen schafft das nicht immer, aber auf den Conte ist Verlass.

Jetzt sind wir mal gespannt, wann die Kühe sich schlafen legen, oder ob sie die ganze Nacht weiterläuten. Sonnenuntergang interessiert sie jedenfalls schonmal nicht. Wir sind gespannt..

Strömungen

Ich verbringe den Tag im Wasser. Bei der Hitze der einzig vernünftige Ansatz. Canyoning Stömungskurs. Bei 32 Grad erstmal in den Neopren zwängen, dann ettliche Male Bauchplatscher in die Strömung. Sprungtechnik für Flachwasser, die vom letzten MTB Sturz geprellten Rippchen bedanken sich auf ihre Weise.

Perfekte Ausführung hier durch die Deutsche Canyoning Schule

Der zweite Kursteil in der Koblach bringt etwas Abwechslung. Rettung aus turbulentem Wasser. Da kommt man natürlich per Bauchplatscher rein, wie auch sonst.

Nicht ganz perfekt, aber wenn es ein Leben zu retten gibt…
zählt nur die Zeit…
bis alle aus der Gischt raus sind.

Am Ende des Tages tragen nicht nur die Rippen die Spuren der Anstrengung, auch das Material hat gelitten.

Ein Pelztier entsteht..

Ute hat derweil die Sonne am Platz und im Waldfreibad genossen.

Der Tag wird gebührend gefeiert

Zur Nacht packen die Nachbarn ihre Gitarren aus und singen im Duett die tollsten Lieder. Wir können im Zeltdach perfekt lauschen. Camping kann soo romantisch sein 😍

Getrennte Aktivitäten

Während ich Notsignalschiessen und Reanimation unter erschwerten Bedingungen übe, erkundet Ute die Stadt. Leider gibt es hier einen uns unbekannten Feiertag und alle Läden sind zu. Soviel zu dem Plan die vergessene Tasche nachzukaufen.

Zum Abend treffen wir uns wieder und speisen im Freiluftrestaurant am Campingplatz. Lecker!

Süsskartoffel, Karotten, Kokos Curry & Salat mit Hähnchenstreifen in Kürbiskernpanade

Dornbirn

Die Anreise im Dunkeln bietet uns eine besondere Überraschung am Morgen. Das über Nacht ausgetauschte Panorama können wir allerdings nicht lange geniessen. Ein Jungesellenabschied hat eine Canyoningtour gebucht und stimmt sich schonmal mit Bier ein. Und ich hab ja auch einen Termin. Um 9 startet der Notfallkurs für angehende Canyoning Guides 😁 Über betrunkene Junggesellen in Not lernen wir dass man sich von Ihnen fernhalten sollte.

Unser Nachtlager direkt am Fluss. „Berauschend“ trifft es ziemlich gut 😊

Quo vadis Corona

Nach fast einem halben Jahr Homeoffice darf ich endlich raus. Bus gepackt und ab dafür.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Irland schickt Urlauber direkt in Quarantäne, Schottland ist nur durch ein Gebiet mit erhöhten Fallzahlen zu erreichen.

Erstmal also Österreich. Ich hab noch einen Canyoning Kurs zu absolvieren und dann sehen wir weiter.

3h Fahrt bis Dornbirn, läuft. Am Ziel der bekannte Park4Night Platz am Bach, der ordentlich rauscht, nur zu sehen ist nix mehr. Es ist schon 22:00 bis wir da sind.

Morgen um 9 gibt’s den Canyoning-Kurs, der Wasserstand scheint dafür dem Rauschen nach passend.

Grill

Kochen im Bus funktioniert prima, aber nicht alles möchte man dann auch noch Tage später in den Polstern riechen. Es muss also ein externer Grill her. Die erste Wahl viel auf den Party Grill R von Campingaz. Praktischerweise lässt er sich direkt auf die R907 Flasche schrauben, die sowiso immer im Bus dabei ist. Die Lösung nutzt die Flasche selbst als Gestell und bleibt daher schön kompakt.

Die Lösung ist etwas umständlich, da jedesmal die Gasflasche aus dem Bus gebaut werden muss (wenn man nicht sowiso 2 Flaschen dabei hat) ist dafür aber entpsrechend kompakt. Leider haben wir dann eine weitere Schwachstelle des Systems gefunden: Um den Grillaufsatz zu montieren, muss das Ventil von der Gasflasche abgeschraubt werden, was eigentlich kein Problem ist, da die Flasche selbst ja auch nochmal ein Ventil hat. Wir hatten dann jedoch den Fall dass jenes Ventil beim etwa 5. Einsatz nicht mehr geschlossen hat, als wir den Grillaufsatz nach dem Einsatz abschraubten. Da bleibt dann nur möglichst schnell das Absperrventil aufzuschrauben und zu hoffen dass nicht zu viel Gas verloren gegangen ist. Ein weiterer Grilleinsatz war damit dann erstmal tabu. Wir hatten da entweder Pech oder die Flaschen sind nicht dafür ausgelegt da besonders oft zu wechseln. Jedenfalls haben wir uns nach der Episode nach einer anderen Lösung umgeschaut.

Diese fanden wir im Safari Chef 2 von Cadac. Das Gerät ist nicht ganz so kompakt, bietet dabei aber deutlich mehr Optionen zum Grillen und Braten. Neben dem Grillrost gibt es noch eine beschichtete Platte die sich prima für Omlette oder Pfannkuchen eignet und den Deckel kann man als Pfanne verwenden.

Das Gerät arbeitet von Haus aus mit 50 mBar Druck, was über den 30mBar der California Gasanlage liegt. Wir schliessen den Grill daher über einen eigenen Druckminderer mit 5m Gasschlauch und Schlauchbruchsicherung an. Der Vorteil liegt darin dass dieser direkt an das Ventil der Gasflasche geschraubt wird, und die Gasflasche im Bus verbleiben kann. Die 5m Schlauch reichen aus um bequem in der Nähe des Busses zu grillen. Der Nachteil ist, dass zeitgleich die beiden Kochstellen im Bus nicht genutzt werden können.

Es gibt zwar eine Umrüstoption auf 30 mBar, aufgrund der langen Gasleitung und der laut Cadac etwas höheren Leistung sind wir bisher aber bei den 50 mBar geblieben.

Artikel in diesem Beitrag:

Campingaz 203405 Campingkocher Party Grill R (32,5 x 23,5 x 13 cm)

Cadac Safari Chef 2 LP Anschluss 50 mbar

Gasregler 50 mBar 90°

Gasschlauch 5m

Schlauchbruchsicherung

Halteklammer für die Kabeltrommel

Unsere Kabeltrommel hatte einen kleinen Ledergurt, um den Stecker an der Trommel zu befestigen. Das funktionierte gar nicht gut. Eine Verbesserung war schnell gedruckt. Das Modell ist im Thingiverse verfügbar.

Wäscheleine

Aufzuhängen gibt es eigentlich immer etwas, und während der Fahrt kann man den Baum am Stellplatz nicht nutzen. Wir haben eine Fotoschnur von Tschibo zweckentfremdet und passende Haken zur Befestigung zwischen Kleiderschrank und Fahrerkopfstütze gedruckt. Das Modell gibt es bei Thingiverse zum selbst ausdrucken.

Halter für Dachsicherung

Die Sicherung gegen ungewolltes Öffnen des manuellen Aufstelldaches während der Fahrt hat VW etwas umständlich gelöst. Zusätzlich hängen die Gurte im verriegelten Zustand genau soweit herunter dass sie Rollo gerne in seiner Führung blockieren.

Die Lösung: Ein magnetischer Halter, der den Verschluss oben fixiert:

So aufgeräumt lässt sich das Schieberollo problemlos schliessen. Nebenbei ist noch eine Aufhängoption für Ketten, Handtücher oder das Nachthemd vorgesehen.

Die Druckvorlage stelle ich im Thingiverse zur Verfügung.

Schwitzkasten

Jeder Urlaub geht einmal zu Ende, so auch dieser.

Wir kaufen noch in der Brauerei im Ort ein, und sind beeindruckt von der Unmenge an Bierkisten die sich im Hof stapeln.

Um uns den Abschied zu versüssen, fängt es an zu Regnen, und hört bis kurz vor Luxemburg nicht auf.

Als es einigermassen trocken ist, fahren wir raus und jagen auf einem kleinen Spaziergang noch ein paar Dosen, und lösen so das Mysterium im Museum, dass uns Geocacher dieses Jahr für den Urlaub etwas motivieren sollte auch ein paar Dosen zu sammeln.

So bekommen wir noch etwas frische Luft und schöne Aussichten zu sehen.

Aber schon jetzt wird es merklich heisser und dampfiger. Wir wünschen uns zurück nach Irland.

Daheim angekommen wird der Bus entladen und alles wieder eingeräumt. Die letzten Reste Käse kommen auf’s Baguette, dazu eine Flasche Rose, die mit uns die komplette Reise absolviert hat. Einmal bis auf die grüne Insel und zurück, um dann daheim getrunken zu werden. Effizient ist anders.

Zum Abendessen ein Gewitter, und danach wird es keinen deut frischer, puh. Wir sind zurück im Schwitzkastem.


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