Phare de Richard

Die Radtour gestern hat uns so gut gefallen, dass wir heute gleich nochmal mit dem Rad loswollen. Wir haben die Mietdauer verlängert und die Bikes direkt am Bus geparkt.

Meins ist am Morgen vorne platt. Kein Problem, es wird direkt in ein neues getauscht. Ich überlege noch nach einer Luftpumpe zu fragen, aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dass ich die brauche? Wir starten also ohne Luftpumpe zu unserem Bäcker in Soulac. Es gibt wieder allerlei leckere Törtchen. Wir wählen diesmal wohlweislich die fruchtigen.

So gestärkt radeln wir los in Richtung Phare de Richard.

Die Tour hat Komoot geplant, und führt erstmal an einer Straße entlang. Wir beschließen einen Umweg von 5km in Kauf zu nehmen und dafür von der Straße runterzukommen. 2 Sehenswürdigkeiten gibt es noch obendrauf.

Ein ehemaliges Fischerdorf, das in eine Touristenattraktion umgestaltet wurde und, erreichbar über eine Route deformee,

die Muschelfarmen an der Gironde.

Unterwegs zum Leuchtturm gibt es auch noch viel Marschland und schöne alte Häuser zu sehen.

Nicht alle sind in so gutem Erhaltungszustand wie dieses..

Endlich kommt der erste Hinweis auf den Leuchtturm in Sicht. Fast 30km und es wird trotz bedecktem Himmel schon sehr warm, uns jedenfalls auf den ungewohnten Biobikes.

Auf den letzten Metern entdeckt Ute neue Fähigkeiten. Sie kann jetzt freihändig fahren.

Der letzte Versuch vor vielen Jahren endete noch mit einem Sturz. Es macht einen Unterschied ob man selbst zu der Überzeugung gelangt dass man das beherrscht, oder man das jemand anderem blind glaubt 😉

Am Leuchtturm angekommen gibt es erstmal Törtchen.

Und eine kleine Ruhepause.

Biobiking schlaucht ungewohnt.

Dann aber schauen wir uns den Turm an. Gegen 2,50€ kann man den Turm besteigen und im Anschluss das Museum besuchen. Der Turm erschien uns bei der Anfahrt schon recht übersichtlich, und das Treppenhaus ist entsprechend winzig. Ob das was für Ute ist?

Das Höhlentraining auf der Anreise war anscheinend effektiv. Von Klaustrophobie keine Spur. Und das hier war deutlich enger als die Höhle. Das hätte ich mal wieder nicht erwartet. Spätestens nach der ersten Windung der Wendeltreppe als es dunkel und leicht modrig wurde, rechnete ich sekündlich mit Lautäusserungen des Unbehangens und beginnender Panik. Nichts dergleichen war zu hören. Fortschritte schneller als man glauben kann.

Irgendwas fehlt doch hier? Zum Glück hab ich eine passende Ersatzleuchte dabei..

Leuchte installiert👍🏻

Im Museum erfahren wir dass der Turm tatsächlich zu klein geraten war. Kurz darauf wurde nebendran ein neuer Turm aus Stahlfachwerk aufgebaut, der die nötige Höhe hatte um die Schiffe sicher durch die schmale Fahrrinne der Gironde zu lotsen.

Wir erfahren auch was die merkwürdigen Plastikteile sind, die der Atlantik in Lacanau an den Strand spülte und über die wir uns wunderten, da sie recht häufig anzutreffen waren.

Es handelt sich um Nistplätze für Babyaustern. Dass die dann als Plastikmüll angespült werden ist natürlich nicht so schön.

Als wir uns auf den Rückweg machen wollen ist mein Vorderrad platt. Natürlich am weitest möglichen Punkt der Tour. Die Wahrscheinlichkeit war klein, aber eben nicht Null.

Am Leuchtturm gibt es aber einen kleinen Schuppen, mit einem netten Herrn in Fischertracht, der zufällig einen Kompressor hat, und das Rad im Nu aufpumpen kann. Glück gehabt.

Hoffentlich hält die Luft bis zurück…

Der Rückweg führt vorbei an Gehöften und kilometerlang schnurgrade durch ein Vogelparadies.

Wasservögel, Nutria, Störche

Die Frage ob die Luft hält wird 5km vor dem Campingplatz beantwortet: Nein.

Plattfuß

Der dritte entgegenkommende Radfahrer hat eine Pumpe, das hält nochmal einen guten Kilometer, aber die letzten 2km muss ich schieben. Es hätte schlimmer kommen können. Man hätte aber auch einfach eine Pumpe und Flickzeug mitnehmen können. Ich weiß es ja eigentlich besser..

Zurück am Platz gibt‘s erstmal eine Erfrischung nach fast 55km auf Biobikes.

Das reicht natürlich nicht aus zur Rehydrierung. Wir ziehen um zum Restaurant am Platz. 2 Bier bestellen, 1 bezahlen lautet das Angebot. Nehmen wir!

Was zu Essen gibt es auch. Als erstes kommen die Gewürze:

Ich schaue zweimal hin. Hätte mich nicht gewundert wenn da Natrumchlorid und 1-Piperoylpiperidin draufgestanden hätte 🤣

Die Pizza ist hervorragend, das Bier auch. Wir nehmen noch eine Runde. Der Wirt kann kaum glauben dass wir noch ein großes wollen. Viele Deutsche kommen hier wohl nicht her 😬

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